Nun, da der Klimawandel durch extreme Wetterphänomene bereits in ganz Europa spürbar ist, ist es an der Zeit, ein neues Modell der produktiven Entwicklung im Agrarsektor einzuführen, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und mit Schwerpunkt auf den drei Säulen Umwelt, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Zu den wichtigsten Umweltproblemen für den Primärsektor zählen derzeit die Degradierung der Bodenressourcen mit zunehmender Wüstenbildung, die Einschränkung der Verfügbarkeit von Wasser und die Verschmutzung der Wasserressourcen, der Rückgang der Artenvielfalt und vor allem der Verlust und die Degradierung von nutzbarem Land durch Naturkatastrophen, wie etwa Überschwemmungen und Brände, die in den letzten Jahren immer häufiger auftreten.

Zur Eindämmung dieser Phänomene kann auch die künstliche Intelligenz beitragen. Hierbei handelt es sich um eine völlig neue Technologie für die Landwirtschaft. Auf dem Markt finden sich zunehmend Systeme für Nutzpflanzenüberwachung in Echtzeit, für die Erkennung von Unkraut, Schädlingen und Krankheiten und die Optimierung der entsprechenden Sprühvorgänge, für die Erkennung eines Mangels an enthaltenen Nährstoffen und entsprechende angepasste Düngung, für optimale Bewässerung auf Grundlage von Boden- und Luftsensoren, für frühzeitige Bestimmung des Ertrags, für automatische Ernteabläufe, für Verarbeitung und sogar für Vermarktung, bei denen jeweils Algorithmen der künstlichen Intelligenz eingesetzt werden. Genauer gesagt ist zu erwarten, dass die Entwicklung der künstlichen Intelligenz in den kommenden Jahren insbesondere in den folgenden Bereichen förderlich sein wird: a) Wettervorhersage, b) Vorhersage potenzieller Risiken für Nutzpflanzen durch dauerhafte Überwachung mit verschiedenen Mitteln, c) Analyse der Nachfrage nach Agrarprodukten und somit Vereinfachung der Auswahl der am ehesten rentablen Nutzpflanzen in jeder Saison und schließlich d) die Automatisierung der meisten manuellen Aufgaben.

Allerdings sind Anbau und Ernte von Nahrungsmitteln nicht das einzige Problem. Nach der Ernte beträgt die weltweite Verschwendung von Lebensmitteln nach Angaben der Vereinten Nationen etwa 17 %. Zwar kann die künstliche Intelligenz nicht direkt zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit zu diesem Thema beitragen, dennoch kann sie, vermutlich erfolgreich, ein besseres fundiertes Entscheidungssystem für Konservierung, Marktversorgung und schließlich Recycling von Lebensmittelresten als Dünger koordinieren.