Die Schönheit der Rohstoffe!

Ein Spaziergang entlang der Kallidromiou-Straße an einem schönen Samstagmorgen genügt, um bei einem Blick unter das orangefarbene Meer aus Sonnenschirmen das darunter verborgene regenbogenbunte Angebot an Obst und Gemüse zu entdecken.

Das griechische Land hat so viel zu bieten: Aromen, Farben, Texturen und Düfte – wunderschöne Zutaten, mit denen man auf ganz einfache Weise eine einzigartige Vielfalt auf den Tisch bringen kann.

Ich werde oft gefragt, wie es kommt, dass alles, was ich zusammenstelle, fotogen wirkt. In Wahrheit ist das ganz einfach: Nehmen Sie eine Ihrer Lieblingsschalen – vielleicht die, die Sie von Ihrer Reise nach Sifnos mitgebracht oder im Töpferkurs hergestellt haben, oder die Vintage-Schüssel Ihrer geliebten Großmutter – und legen Sie vier Mandarinen mit frischen Blättern sowie drei Blutorangen mit rosaroten Backen hinein, und schon haben Sie Ihrem Esstisch in Sekundenschnelle Leben eingehaucht.

Dieselben Blutorangen können dann Ihren Salat verschönern, den Sie in Ihrer Lunchbox mitnehmen und in der Pause genießen. Ob man ein Obst oder Gemüse in Scheiben, Viertel oder Würfel schneidet, mag vielen nicht wichtig erscheinen – aber glauben Sie mir, es macht einen großen Unterschied, sowohl für das Auge als auch den Geschmack. Schenken Sie der Art und Weise, wie Sie jedes Lebensmittel präsentieren, Aufmerksamkeit und Zeit, denn so offenbart es seine besondere Magie!

Werfen wir nun einen Blick auf den Freitagabend. Die Mandarinen aus der Schüssel – ja, genau die, die wir zuvor erwähnt haben – können Sie nun mit etwas Mastix und Zucker kochen und als Chutney servieren, beispielsweise zu gebratenem Zicklein aus Syros oder Anthotyro-Käse aus Kreta. Dazu passt ein natürlicher Perlwein als perfekter Abschluss der Woche.

Das obige Beispiel der Zitrusfrüchte verdeutlicht auf einfache Weise, wie viel wir aus den meisten Zutaten unserer heimischen Produktion herausholen können: Firikia, Tomaten, Birnen, Trauben, Erdbeeren, Kürbisse und viele mehr.
Jede Jahreszeit hat ihre eigenen Protagonisten, und wenn wir die Saisonalität respektieren, haben wir jederzeit wunderbare Rohstoffe zur Verfügung.

Für mich als Food-Stylistin ist der wichtigste Aspekt meiner Arbeit der Rohstoff – und genau deshalb habe ich eine besondere Beziehung zu ihm. Das Gemüse und Obst, mit dem ich arbeite, durchläuft ein Casting: Ich wähle die Karotte mit der schönsten „Maserung“ oder den Rettich mit dem grünsten „Fell“. Auf dem Markt steht mein Lieblingsschild über den Tomaten: „Nicht drücken, ich bin keine Hupe!“

Da ich den Rohstoffen Respekt entgegenbringe und mir bewusst ist, dass viel Gemüse nur aufgrund seines unperfekten Aussehens weggeworfen wird, halte ich es für besonders wichtig, nicht nur einwandfreie Zutaten auszuwählen. Denn was spricht dagegen, eine Karotte mit zwei Beinen mit nach Hause zu nehmen?

Mein Tipp für alle Kochfans ist, Kräuter vom Wegesrand, aus Mamas Garten oder vom Balkon der besten Freundin zu sammeln und sie überall zu verwenden. Mit etwas frischem Oregano, Thymian oder Rosmarin können Sie Ihren Gerichten schnell und einfach Aroma und Farbe verleihen.

Ein wenig Liebe, unverfälschte Zutaten und das Licht der griechischen Sonne, das Ihren Esstisch erhellt – mehr brauchen Sie nicht, um gemeinsam mit Ihren Lieben solche schlichten, natürlichen und wunderbaren Momente zu teilen.