GIORGOS KARAMICHOS – SCHAUSPIELER

Pita war in unserem Haus wie Brot. Sie stand immer auf dem Tisch. Kam in der Lunchbox mit aufs Feld. Im Futterbeutel, wenn wir bei den Ziegen waren. Perfekt für eine kleine Pause vom Spielen oder Arbeiten. Der Holzofen im Dorf duftete jedes Mal, wenn Pita gebacken wurde – wie auch der Ofen in Veroia, wenn wir im Winter von der Schule zurückkamen. Dabei hatte jede Jahreszeit ihren eigenen Duft und Geschmack: Kürbis-Pita (süß oder herzhaft), Gemüse-Pita, Zwiebel-Pita, Spinat-Pita, Käse-Pita oder die leckere Galatopita, der Milchkuchen. Mehl auf dem Tisch. „Gleich rolle ich den Teig aus, denn morgen kommt die Tante aus Farsala“, „Setz das Kopftuch auf, damit keine Haare hineinfallen“, „Nicht zu viel Butter, sonst wird die Pita so fettig wie die der dicken Nachbarin“, „Oh nein, niemals Myzithra – nur Ziegenkäse“, „Immer schön bekreuzigen, damit das Mehl nicht klumpt, pfui, pfui, pfui“ … So viele Erinnerungen. Zuhause. Familie. Düfte. Dramen. Geheimnisse und Lügen. Stets verbunden mit einer köstlichen Pita – wahrer Balsam für die Seele.

REZEPT

Teig 

Zutaten

450 g Hartweizenmehl (Typ M)

300 g Weichweizenmehl oder Allzweckmehl

1 kleines Glas Olivenöl

2 EL Essig

Etwa ein halbes Kilogramm Wasser (zwei Gläser), Raumtemperatur

1½ Teelöffel Salz

Margarine oder Pflanzenbutter

In einer Schüssel das gesiebte Mehl mit Salz, Öl und Essig vermischen. Nach und nach Wasser hinzufügen und kneten, bis ein glatter Teig entsteht. Gut vermengen; dabei so viel Wasser dazugeben, dass der Teig nicht mehr an den Händen klebt. Anschließend in zwei gleich große Teile teilen und zu zwei Kugeln formen. Diese in den Kühlschrank legen und eine halbe Stunde lang ruhen lassen. 

Anschließend die erste Teigkugel mit dem Nudelholz kreisförmig ausrollen. Margarine/Pflanzenbutter und Öl vermischen und auf den ausgerollten Teig streichen. Einen kleinen Teller in die Mitte des Teigs legen und mit einem Messer von außen bis zum Tellerrand strahlenförmig einschneiden, sodass eine Art „Sonne“ entsteht. Den Teller entfernen und die Teigstreifen (die „Sonnenstrahlen“) nach innen über den Mittelkreis klappen, sodass ein kleiner, mehrfach gefalteter Teigball entsteht, der viele Fettschichten enthält. Diesen anschließend erneut mit dem Nudelholz ausrollen. Den Vorgang zweimal wiederholen, dabei jedes Mal mit der Margarine/Pflanzenbutter-Öl-Mischung bestreichen. 

Mit der zweiten Teigkugel genauso verfahren. 

Füllung

800 g Spinat oder anderes Blattgemüse, gut gewaschen 

400 g Feta

4 Eier

Salz, Pfeffer

Alle Zutaten mit den Händen vermengen. Wenn Blattgemüse anstelle von Spinat verwendet wird, muss dieses je nach Sorte möglicherweise kurz vorgekocht werden. Spinat sollte besser nicht gekocht werden, damit er seinen Geschmack behält. 

Zubereitung

Die Backform gut mit Butter und Öl einfetten und den ersten Teig so ausbreiten, dass er den Boden und die Seiten bedeckt. Etwas Butter darübergeben.

Die Füllung gleichmäßig darauf verteilen. 

Den zweiten Teig darüberlegen, die Ränder zusammenfügen und nach innen falten, sodass ein „Rand“ entsteht.

Die Pita in den auf 200 Grad vorgeheizten Ofen schieben; nach 10 Minuten die Temperatur auf 180 Grad reduzieren. Etwa eine Stunde lang backen, bis sie goldbraun ist. Mit einem Zahnstocher die Oberfläche einstechen, um zu sehen, ob die Pita durchgebacken ist.

Aus dem Ofen nehmen und auf die Arbeitsplatte oder den Tisch legen, mit einem sauberen Küchentuch abdecken und ruhen lassen. 

Nach zehn Minuten in Stücke schneiden. Guten Appetit!